Zurück

Das unglaubliche Gesicht

Nacht der Kirchen 2016 (Foto-Dölling)

Zum elften Mal lud Kronach in diesem Jahr zu „Kronach leuchtet“ in die Ober- und Unterstadt ein. Alljährlich in der ersten Maiwoche erstrahlen Gebäude, Brunnen und ganze Häuserzeilen der Kreisstadt in einem besonderen Licht. In diesem Jahr waren insgesamt 62 Objekte, teilweise Installationen in Häusern, Höfen und unterirdischen Gängen zu bestaunen. 32 Studenten aus acht außereuropäischen Ländern, sowie aus Italien und Deutschland, die an den Hochschulen Kairo, Turin, Wismar, Leipzig, und Coburg studieren, teilten sich in fünf Projektgruppen auf. Innerhalb von fünf Tagen schufen sie Lichtprojekte in drei Kategorien: leuchtende oder angestrahlte Objekte, Video-Installationen und Live-Performances. 

Immer am ersten Freitag im Mai lädt der Kronacher ökumenische Sachausschuss zur „Nacht der Kirchen“ ein. Die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Kronach ist die ganze Woche über in das Programm des Lichtspektakels eingebunden. Die Abende werden ab 19.00 Uhr von unterschiedlichen ortsansässigen Musikgruppen gestaltet. Anschließend lädt die Stadtpfarrkirche immer bis Mitternacht zu einer sich anschließenden Lichtinstallation ein. Alle anderen Kirchengebäude und die alte Synagoge bieten je ein besonders Programm am Freitagabend von 20.00 Uhr bis 23.00 Uhr an. 

Unter dem Titel „Das unglaubliche Gesicht“ machte die Klostergemeinschaft der Oblaten in Kronach ein gut besuchtes meditatives Angebot. Die Kirche war fachmännisch ausgeleuchtet, das Volto Santo von Manopello hing stark vergrößert im Altarraum. Ein Film informierte über dieses Antlitz Jesu und wurde in einer Meditation weiter erläutert. Anbetung, Stille und persönlicher Segen wurden von den Besuchern als wohltuender ruhiger Pol bei „Kronach leuchtet“ erlebt. Als Geschenk erhielten die Besucher am Kirchenausgang eine Fotokarte, die bei leichter Neigung zum einen das Volto Santo und zum anderen das Gesicht des Turiner Grabtuchs zeigte. So konnten die Besucher gut nachempfinden, wie diese beiden Bilder wahrscheinlich zusammengehören. Die Resonanz war durchgehend positiv und auch als die Kirche am folgenden Wochenende noch zweimal für einige Stunden geöffnet war, suchten und fanden vorbeigehende Besucher dort Ruhe und Besinnung. Auch im kommenden Jahr möchten sich die Oblatenmissionare am 5. Mai wieder an der „Nacht der Kirchen“ beteiligen und laden auch das Jahr über zum Besuch in der Klosterkirche ein.